Mit der La-Ola-Welle haben die Judofans mit den Kämpfern des Budo-Club Karlsruhe (BCK) in der „Alten Reithalle“ den gelungenen Saisonstart der Männermannschaft in die neue Saison der Ersten Bundesliga Süd gefeiert. Es war ein Erfolg, der so nicht unbedingt abzusehen war, ging doch der Gegner JC Leipzig als Favorit in dieses Aufeinandertreffen. Doch am Ende hatte der BCK mit 8:6 (4:3) die Nase in einer Begegnung vorn, die an Dramatik kaum zu überbieten war.
Vor voll besetzten Zuschauerrängen waren es für den BCK die „Schweren“, Milan Bulaja und Igor Vracar, die den Grundstein zum Erfolg legten. Die beiden Serben verbuchten je zwei Siege und boten dabei Judo der Extraklasse. Sowohl Vorjahres-Punktegarant Vracar (über 100 Kilogramm) als auch dessen Landsmann Bulaja ( bis 100 Kilogramm), der gegen Leipzig sein Debüt für den BCK feierte, gewannen vorzeitig ihre Kämpfe. Dabei zeigte sich, dass BCK-Kapitän Daniel Reimer mit der Verpflichtung von Bulaja ein glückliches Händchen hatte. Der 19-jährige Junioren-Europameister füllte genau die Lücke im BCK-Kader im Bereich bis 100 Kilo, in dem der BCK Nachholbedarf hatte. Entsprechend zufrieden war Reimer mir der Vorstellung seines Neuzugangs. „Milan hat gezeigt, was er kann. Er hatte keinerlei Anpassungsprobleme. Was mir besonders gefallen hat, war, wie er sich zusammen mit den anderen Kollegen über den Sieg gefreut hat, als ob er schon immer bei uns kämpfen würde. Und was Igor drauf hat, haben wir ja schon in der vergangenen Saison gesehen“, meint Reimer. Der vergaß über das Lob an diese beiden aber nicht hervorzuheben, dass es neben den „Schweren“ zwei „Leichte“ waren, die den Deckel drauf machten und den Sieg mit überragenden Leistungen unter Dach und Fach brachten. Darunter mit Joris Schleer einer aus dem „eigenen Stall“, der in der 60-Kilo-Klasse gegen Tommy Teichert zweimal die Oberhand behielt. Dabei demonstrierte der 18-Jährige einmal mehr seine Qualitäten im
Bodenkampf und steuerte zwei Punkte zum Gesamtsieg bei. Angetan war Reimer auch von dem ebenfalls erst 19-jährigen Leon Koch. Der Neuzugang aus Sindelfingen war in der 66-Kilo-Klasse die eigentliche Überraschung dieses Kampftages, zumal das Judo-Oberhaus Neuland für den jungen Mann war, der zuvor nur in Liga zwei kämpfte. Dennoch agierte Koch gegen Marcel Bielstein abgebrüht wie ein alter Hase. Auch dann, als es im letzten Kampf beim Stand von 7:6 für den BCK darum ging, zu gewinnen und damit den Gesamtsieg klarzumachen. Koch blieb cool, holte sich den Sieg und wurde danach von seinen Mannschaftskameraden entsprechend gefeiert. Doch auch die anderen Akteure des BCK verkauften sich bravourös. Einige Kämpfe gingen in die Verlängerung (Golden Score), was deutlich machte, wie eng es zwischen dem BCK und Leipzig zuging. „Wir waren in diesem Kampf der Underdog, aber was die Jungs geleistet haben, war einfach phänomenal“, lobte Reimer seine Mannschaft. Auch Präsidentin Kerstin Wagner war äußerst angetan von dem, was die Männer des BCK den vielen begeisterten Fans geboten haben. „Besser kann man in eine Saison nicht starten“, hatte Wagner ein großes Kompliment parat. Ihren nächsten Auftritt haben die Judoka des BCK am 12. April beim TV Erlangen und sie wollen auch dort, laut Teamchef Reimer, „nach Möglichkeit die Punkte mitnehmen“.
Text: Harald Linder / Badische Neueste Nachrichten